Schlagwort: Pause

12 Stunden Arbeitstag verlangt nach Ruhepausen

Gerhard Klicka im Gespräch mit Ingrid Pointner im Mittagsjournal. Über flexiblere Arbeitszeiten und damit auch über den 12 Stunden Arbeitstag wird derzeit viel diskutiert und verhandelt. Doch was würde das aus Sicht der Arbeitsmedizin und Arbeitspsychologie bedeuten? Die Stressbelastung und das Gesundheitsrisiko, werden beide größer je länger man arbeitet. Pausen werden dafür umso wichtiger. Aber die ÖsterreicherInnen machen nicht gerne Pause. In Österreich gibt es keine gute Pausenkultur. Im Stress zu sein heißt, wertgeschätzt zu werden, heißt, ich habe eine Aufgabe, ich bin wichtig im  Betrieb. Pause zu machen und das auch demonstrativ, kann bei den Kollegen leicht dazu führen: „Du machst es dir leicht, du hast nichts zu tun.“ Da geht es sehr stark um kulturelle Faktoren, wie dies in einem Unternehmen gelebt wird. Vor allem von den Führungskräften muss dies vorgelebt werden. Die müssen ebenfalls Pausen machen und damit zeigen, dass Pausen zum Arbeiten dazugehören. Je länger man arbeitet, desto größer wird die Belastung.  Die Stresskurve steigt schon jetzt nach der 7., 8. Stunde massiv an.  Wenn man in der 9., 10. Stunde ist, geht man an seine Grenzen. Gerade wenn man länger arbeiten muss, geht es um Erholung und Ruhephasen, die man umso mehr einplanen muss, damit man diese 12 Stunden bewältigen kann. Der Arbeitgeber hat die sogenannte Fürsorgepflicht.  Er muss dafür sorgen, dass u. a. die psychischen Belastungen nicht zu groß werden.  Seit 2013 ist diese Überprüfung gesetzlich vorgeschrieben. Mit neuen Arbeitszeiten müsste man das neu bewerten. Noch 7 Tage nachzuhören (Minute 12:15) 

 

Frischer Lesestoff.

Sie ist da!  Die neue Ausgabe der Human Works. Ein großer Beitrag führt Sie durch das umfangreiche  und herausfordernde Thema der “ Wiedereingliederung nach längerer Abwesenheit“. Was sind die Chancen, was ist zu beachten wie geht man am Besten vor. Beispiele aus der Praxis – wie zum Beispiel FH Campus Wien und Borealis Linz –  zeigen ihre Erfahrungen dazu auf. Interessant ist der Artikel über die Elektromyographie-Messung zur Verbeugung von Verspannungen. Eine gute Übersicht zum Thema Bluthochdruck, der Wert der Pause und viele andere Beiträge – all das finden Sie auch hier  zum Nachzulesen.

Pause. Ein wertvoller Zeitgewinn.

Um Arbeitsbelastungen auszugleichen, müssen Pausen in den Arbeitsverlauf eingeplant werden. Nur so kann einem Leistungsabfall durch Ermüdung vorgebeugt werden.

 

Regelmäßige Kurzpausen führen zu einer Leistungssteigerung bei gleichzeitiger Belastungsverringerung. Demnach stellen Pausen keinen Zeitverlust dar, sondern bringen einen Gewinn: Arbeit wird aufgrund geringerer Ermüdung schneller erledigt. Zudem machen MitarbeiterInnen weniger Fehler.

Aber: Von den Betroffenen selbstgewählte Pausen erfolgen in der Regel meist zu spät. „Am besten setzen Unternehmen und Belegschaft selbst Reminder für Pausen – und halten sich daran“, sagt Gesundheits- und Arbeitspsychologe Gerhard Klicka, Geschäftsführer von IBG.

 

Kurz und regelmäßig

Die Erholung – ähnlich der Ermüdung – nimmt nicht linear zu, sondern findet besonders zu Beginn einer Pause statt und nimmt mit zunehmender Zeitdauer ab. Fazit:

  • Mehrere kurze Pausen sind effektiver als wenige längere Pausen
  • Zu lange Pausen erschweren das Zurückfinden in den Arbeitsprozess.
  • Das bedeutet: Eine 10minütige Pause pro Stunde ist effektiver als eine 15minütige Pause alle neunzig Minuten.

 

Abwechslung ist gefragt: Optimale Pausengestaltung.

Je nachdem, ob man durch die Pause „Energie tanken“ oder „zur Ruhe kommen“ will, muss auch die Pause gestaltet werden. Daher heißt die Frage: Bewegung oder Powernapping? Abwechslung tut gut. Vor allem in der Mittagspause sollte der Arbeitsplatz verlassen werden.